Viele Hexen legen nach ihrer Einweihung oder nach ihrem eigenen Weiheritual ein Schweigegelübde ab. Soll das heißen, dass du niemandem irgendetwas über die Hexenkunst erzählen darfst? Natürlich nicht – ich verrate dir ja schon eine ganze Menge und habe meinen Schwur noch nie gebrochen. Es geht hier um etwas Ähnliches wie bei der Kommunion oder Konfirmation: Du bekräftigst, dass du an den Geist glaubst und dass du dir Mühe geben willst, Harmonie in dein Leben und in das Leben anderer Menschen zu bringen. Allerdings verlangt Wicca nicht, dass du an einen bestimmten Gott glauben musst. Gott hat viele Gesichter, und alle sind heilig.
Alles, was im Hexengelübde gesagt wird, könnte in jeder anderen Religion gesagt werden, und auf die eine oder andere Weise wird es das auch. Wenn du meinst, es gebe keine Magie in den anderen Religionen, denk noch einmal nach. Üben alte Damen mit Rosenkränzen etwa keine Magie aus?
Nein, du musst kein Dokument mit deinem Blut unterschreiben und dich auch nicht mit dem Teufel verbünden. Und es gibt keine schauerliche Musik, bei der sich deine Haare sträuben und dein Herz vor Entsetzen bis zum Hals schlägt. Wenn du das brauchst, solltest du ins Kino gehen.