Achtung! Nur für junge Leute

 

 

Ich habe mehrere Bücher über Magie und Hexenkunst geschrieben, aber dieses Buch drängte sich mir geradezu auf. So wie ein Baby nach dem Schnuller verlangt (sofort!), ging mir die Idee nicht mehr aus dem Kopf; sie kitzelte mich und wurde schließlich so penetrant, dass ich mich an meinen Computer setzte und drauflos zu tippen begann. Tausende von jungen Leuten zwischen elf und achtzehn hatten mir geschrieben und wollten wissen, was Hexenkunst ist. Bei jedem meiner Seminare stellen Jugendliche mir Fragen zu Themen, die andere Bücher meist nicht behandeln. Es geht um Ärger mit Gleichaltrigen, Hausaufgaben, miese Lehrer ... die Liste ist endlos. Junge Leute fragen auch, wie Wicca ihnen helfen kann, ihre Träume wahr zu machen. Nach langem Nachdenken und viel Ermunterung von außen beschloss ich, dieses Buch für dich zu schreiben, für die Junghexe.

Die Hexenzunft nennt mich Silver RavenWolf. Manche Leute sagen „Mama Silver“ zu mir (nein, ich bin nicht fett, alt und grau), weil ich beim Schreiben an meine Leser denke und weil ich fast so schreibe, wie ich spreche. Ich bin Hexe und Schriftstellerin und habe eine jahrelange Ausbildung hinter mir. Ich habe Fehler gemacht, musste die üblichen Hiebe einstecken, die das Leben austeilt, und wurde im Rahmen einer Zeremonie zur Ältesten meiner Gruppe erkoren. Derzeit bin ich für elf Hexenzirkel in den USA verantwortlich. Ich habe einige Bücher über Hexenkunst für Erwachsene geschrieben (das sind Leute, die zwar volljährig, aber nicht immer superklug sind). Meine vier Kinder sind zwischen zwölf und neunzehn Jahre alt, und darum weiß ich ziemlich genau, was Teenager in diesem Alter durchmachen, und erfreulicherweise kann ich dir versichern, dass ich als Mutter ganz gut zurecht komme. Außerdem habe ich diese Jahre selbst überlebt, und meine Kinder leben ganz normal – abgesehen davon, dass sie natürlich auch Hexen sind. Ich glaube nicht, dass Hexen sich abnorm verhalten, wohl aber manche unerleuchteten, freudlosen Leute. Schade um sie!

Du hast dieses Buch gekauft, weil du neugierig auf die Hexenkunst bzw. Wicca bist. Klar, denn davon handelt dieses Buch ja. Du willst wissen, was wahr ist und was nicht wahr ist. Vielleicht hast du schon einiges über Hexen gehört und Filme gesehen, in denen die Hexenkunst eine düstere, blutige Angelegenheit war. Jetzt machst du dir Sorgen darüber, dass du dich oder eine Freundin sich damit einlässt. Das verstehe ich. Wir brauchen mehr Mitgefühl in der Welt. Wenn dir etwas Angst einjagt, prüfst du am besten alle Fakten, damit du vernünftig urteilen kannst. Auf den folgenden Seiten werde ich allen Schwindel entlarven und dir die Wahrheit sagen.

 

In diesem Buch lernst du, das Universum mit anderen Augen zu sehen. Betrachte es als deinen ersten Schritt in die Welt dessen, was sein könnte. Hexenkunst ist vom Wachstum der Persönlichkeit abhängig. Sie will dich zu einem besseren Menschen machen, damit du anderen helfen kannst. Es gibt viele Bücher über Hexenkunst, und in vielen findest du nützliche Tipps. Andere sind nicht einmal das Papier wert, auf dem sie gedruckt wurden. Auf den folgenden Seiten und im Anhang weise ich immer mal wieder auf lesenswerte Bücher für verschiedene Altersgruppen hin, damit du besser auswählen kannst, wenn du mehr über Wicca erfahren willst.

Die meisten jungen Leute haben wenig Geld und wollen das Geburtstagsgeld von Oma klug anlegen. Selbst wenn du einen Job hast, bist du wahrscheinlich nicht reich, und ich habe mich bemüht, das zu berücksichtigen. Wenn dieses Buch dir gefällt, willst du bestimmt mehr über das Thema lesen, denn niemand weiß alles über Wicca oder über Gott. Du hörst nie auf zu lernen.

Dieses Buch möchte jungen Menschen wie dir die Grundlagen der Hexenkunst vermitteln und damit den Einstieg in die faszinierende Welt der Hexerei und Zauberei erleichtern.

 

Wie ich dazu gekommen bin

 

Ich war dreizehn, als ich Wiccas phantastische Welt betrat. Mein Vater war Lutheraner, meine Mutter Baptistin. Schon als kleines Kind ging ich regelmäßig mit ihr in die kleine rote Kirche in der Stadtmitte. Meine Eltern waren nicht fanatisch, aber beide schätzten die Religion auf ihre Weise. Als ich dreizehn wurde, gab meine Kusine Tess mir einen Pack Tarotkarten. Klar, Tarot hat nichts mit Wicca zu tun. Er kann uns helfen, richtige Entscheidungen zu treffen, aber er stellt keine Dogmen auf, nach denen wir leben müssen. Wie der Narr (die erste Karte im Tarot) begann ich damals meine Reise in die Religion, in die Wissenschaft und in die Magie.

Ich hatte Tess immer sehr gern, aber wir sehen uns leider nicht mehr (du weißt ja, dass manche Familien sich unnütz streiten und nie versöhnen). Ich bewunderte Tess. Sie war sieben Jahre älter als ich, blond, blauäugig, sportlich und unglaublich klug. In ihren Adern strömte Künstlerblut. Tess war alles, was ich sein wollte.

Eines Nachmittags im Sommer besuchte sie mich, und wir gingen zwischen den Wiesen hinter unserem Haus spazieren, genossen die Sonne und waren so richtig faul. Ich erinnere mich nicht mehr an das ganze Gespräch, aber ich weiß noch, dass es mein Leben für immer veränderte.

„Was du in der Kirche hörst, ist nicht die ganze Wahrheit“, sagte Tess ruhig.

Ich sah sie einen Moment unsicher an. Tess redete sonst nie über Religion. „Was meinst du damit?“, fragte ich.

„Es gibt mehr.“

„Mehr? Was denn?“

Wir blieben mitten in einer Wiese stehen. Tess schaute zum Haus zurück, und eine zart duftende Brise spielte mit ihrem blonden Haar. Mein schmuddelig brauner Pferdeschwanz klebte dagegen am Kopf.

Tess sah mich an und sagte: „Du kommst nach dem Tod nicht in die Hölle. Die Hölle ist hier.“

In meinen dreizehn Lebensjahren hatte mich nichts auf eine solche Aussage vorbereitet. Ich war ein protestantisches Kind mit normalen Eltern. Wir hatten ein Haus, ein Auto, genug zu essen, Kleider und eine Katze namens Tigi – eine typische Familie der Mittelschicht. Mein Vater, ein Beamter, ging jeden Tag pünktlich zur Arbeit, von halb vier nachmittags bis halb eins in der Nacht. Meine Mutter kümmerte sich um den Haushalt und schwatzte mit den Nachbarn. Meine Oma hatte mich bis zu ihrem Tod vor einem Jahr so behandelt, wie alle Omas es tun. Ich dachte jedenfalls, alle Omas wären liebevoll und mollig und stammten aus der gleichen Gegend wie meine.

Wir hatten einen kleinen Garten hinter dem Haus, und mein Vater ärgerte sich jeden Sommer über die Freizeitsportler, die harte Bälle auf die Tomaten warfen und die Wiese zertrampelten. In jenem Jahr wachte meine Mutter eines Morgens auf, schaute aus dem Küchenfester – und sah die Hinterteile von vier Elefanten in Papas Garten. Ich höre sie jetzt noch kreischen! Aber mein Vater war ein netter Kerl. Es war ein trockenes Jahr, und er gab dem Zirkus Wasser für alle Tiere.

Ich ging nie in eine höhere Schule und gehörte nie zur besseren Gesellschaft, weil meine Eltern nicht reich waren. Immerhin war ich in der „zweitfeinsten“ Clique. Meine Eltern nahmen keine Drogen und tranken nur samstags aus geselligem Anlass ein wenig Alkohol. Sie stritten sich selten, und wenn sie es taten, war ich nicht dabei. Keine Affären, kein Ehebruch, keine sexuellen Probleme. Wovon sprach Tess eigentlich? Soweit ich wusste, hatte die christliche Hölle nicht das Geringste mit meinem Leben zu tun. Aber da ich unbedingt ihre Freundin sein wollte (ich wusste, dass sie mich ebenfalls brauchte), stellte ich keine Fragen, sondern ließ sie erklären.

Ihr Leben war anscheinend zum Alptraum geworden, während meines gemütlich dahinplätscherte. Mein größtes Problem war, dass ich wie eine Bohnenstange aussah und ein ganz gewöhnliches Gesicht hatte. Beim größten Kampf, den ich in letzter Zeit mit meinen Eltern ausgefochten hatte, war es um meinen Wunsch gegangen, eine Stereoanlage zu kaufen. Telefone waren schreckliche graue Dinger mit Wählscheibe, und der Schwarzweißfernseher empfing nur drei Programme. Ich träumte von Telefonen, in denen man die Gesprächspartner sehen konnte, und von hundert Fernsehkanälen in Farbe. Wenigstens eine Stereoanlage hätten meine Eltern mir doch kaufen können! Aber was war mit der hübschen, blauäugigen Tess geschehen?

„Vor langer Zeit“, erzählte sie und starrte hinauf zu den wattigen weißen Wolken, „war die Religion anders. Wusstest du zum Beispiel, dass damals alle Leute glaubten, Gott sei eine Frau?“

Ich machte große Augen. Gott eine Frau? Niemand in der Baptistenkirche hatte das je gesagt. Das war neu.

Sie nickte, als sie mein verblüfftes Gesicht sah. „Und hast du gewusst, dass die christlichen Männer im Mittelalter so große Angst vor Frauen hatten, dass sie zwei Millionen Menschen verbrannten, meist Frauen und Kinder? Diese christlichen Männer behaupteten, die Frauen seien Hexen.“

In meinem Kopf drehte sich alles, aber ich hielt den Mund. Zwei Millionen Menschen umgebracht? Davon hatte ich nie gehört. Ich hatte von Römern gehört, die Christen in der Arena von Löwen zerreißen ließen – aber das hier war etwas anderes. Hexen? Wovon redete Tess? Ich dachte, Hexen seien böse Teufelsanbeter. Da stimmte doch etwas nicht! Meine Kusine sah bekümmert aus, aber ihr hübsches Gesicht lieferte mir keine Erklärung. Sie war eine sehr gute Schülerin. Ein Einzelkind. Eine Heilige. Trotzdem ließ ich sie weiterreden. Als ich jünger war, erzählte sie mir im Auto ihrer Eltern auf dem Rücksitz spannende Geistergeschichten, während die Erwachsenen langweiliges Zeug über Familientreffen von sich gaben. Bestimmt war auch diese Geschichte nur Phantasie!

„Ja“, fuhr sie fort, „sie ermordeten zwei Millionen Frauen und Kinder. Männer taten das, christliche Männer. Was hältst du davon?“

Ich schwieg, denn wenn ich den Mund aufgemacht hätte, wäre nichts herausgekommen.

„Du glaubst mir nicht, stimmt‘s?“

Ich wusste nicht, was ich glauben sollte. „Red weiter“, sagte ich leise.

Sie stieß einen tiefen und anscheinend schmerzlichen Seufzer aus. „Ich habe in letzter Zeit eine Menge gelernt“, sagte sie, mied meinen Blick und ging weiter. Ich folgte ihr und betrachtete ihr blondes Haar, das in der Sonne glitzerte. Wie neidisch war ich immer auf sie gewesen. Jetzt war ich mir nicht mehr sicher, ob es dafür einen Grund gab. Hier stimmte etwas nicht. Das spürte ich sogar damals. „Du kannst es in Geschichtsbüchern nachlesen“, fügte sie hinzu. „In den richtigen, meine ich. Nicht in dem Schrott, den man dir in der Schule unterjubelt. Geh in die Bibliothek. Du wirst dich wundern.“

„Das werde ich tun“, murmelte ich und ich wusste, dass ich es tun würde. Tess war klug, sie hatte lauter Einsen in der Schule. Sie konnte Dinge verstehen, die ich nicht kapierte. Ich war ja nur ein dürres, durchschnittliches Kind. Tess war eine Klasse besser, und meine Tante und mein Onkel prahlten oft mit ihr. Die hübsche Tess. Die intelligente Tess. Die hübsche, intelligente Tess. „Aber warum glaubst du, das hier sei die christliche Hölle?“, fragte ich.

„Na ja, eigentlich ist es nicht die Hölle“, sagte sie. „Die gibt es gar nicht.“

Wieder wären mir fast die Augen aus dem Kopf gefallen. Alle wussten doch, dass es eine Hölle gab, in die böse Menschen geworfen wurden. Die Pfarrer redeten oft über die Hölle – nicht, dass sie diesen Ort je gesehen hätten, aber ...

Sie zuckte mit den Schultern. „Es gibt da etwas, woran die halbe Menschheit glaubt. Die halbe Menschheit!“, wiederholte sie und ihre blauen Augen bohrten sich in meine schokobraunen. „Man nennt es Reinkarnation. Du wirst immer wieder geboren. Die frühen Christen glaubten auch daran, aber jemand hat es aus ihren Büchern gestrichen. Ich halte die Reinkarnation für logisch. Sie macht alle Menschen gleich. Das Leben auf der Erde ist eine Schule. Wir kommen immer wieder zurück, um unsere Lektionen zu lernen. Wir sind für alles verantwortlich, was wir tun. Wenn wir Böses tun, können wir nicht einfach um Verzeihung bitten. Wir müssen die Folgen tragen. Jede Ursache hat eine Wirkung. Wir können nicht anderen die Schuld geben, wenn wir etwas falsch machen. Niemand zwingt uns dazu. Wenn wir Fehler machen, müssen wir dafür bezahlen – und zwar hier, nicht an irgendeinem mysteriösen Ort mit Ungeheuern.“

„Und die Hexen ...“, sagte ich atemlos.

„Also, zunächst einmal glauben sie nicht an den Teufel. Der gehört zur christlichen Religion, nicht zum alten Glauben. Hexen glauben, dass wir dem Bösen Macht geben, wenn wir ihm einen Namen geben. Darum halten sie sich vom Bösen fern, auch vom Teufel der Christen.“

Ich hatte Mühe, ihr zu folgen. „Du meinst, Hexen sind nicht böse?“

„Nein. Manche Leute wollen, dass du das glaubst, aber es stimmt nicht. Echte Hexen wollen niemandem weh tun. Sie schwören sogar, dass sie anderen nach besten Kräften helfen werden.“

„Toll!“ Meine Gedanken wirbelten durcheinander. Warum hatten meine Eltern mir nicht die Wahrheit über die Hexen gesagt? Darüber musste ich mal mit ihnen reden. Jetzt gingen mir viele andere Fragen durch den Kopf. Tess hatte meine Frage nicht beantwortet. Was war mit ihr passiert? Warum verglich sie diese Stadt mit der Hölle? „Was ist mit all diesen Filmen, in denen die Hexen verrückte, böse Weiber sind?“, wollte ich wissen.

Tess lachte. „Das sind doch nur Filme, Dummerchen. Keiner der Leute, die solche Drehbücher schreiben, hat genauer nachgeforscht. Sie wollen nur Geld verdienen. Die Wahrheit interessiert sie nicht.“

„Die Wahrheit?“, echote ich.

„Ja, die Wahrheit“, sagte sie mit fester Stimme. „Hier ...“ Sie kramte in ihrer Handtasche. „Ich habe dir etwas mitgebracht.“ Sie blieb stehen und suchte etwas ganz unten in der Ledertasche. Mir gefiel diese Tasche. Ihre ledernen Fransen tanzten und drehten sich, während sie wühlte. Neugierig trat ich näher und versuchte hineinzugucken. Doch schon zog sie ein Taschenbuch heraus und reichte es mir.

„Tagebuch einer Hexe“, las ich laut. „Was ist das?“

„Lies es und finde es selbst heraus“, erwiderte Tess mit rätselhaftem Blick. Dann schaute sie über die Schulter, als könne uns jemand hören. „Frag mich nicht, woher ich es weiß, aber ich muss dir dieses Buch geben. Darum bin ich hergekommen. Zuhause sieht es schlecht aus für mich. Ich fürchte, ich kann dich eine Weile nicht mehr treffen.“

„Aber warum?“

Sie lächelte traurig. „Dafür bist du noch zu jung. Außerdem würdest du es Onkel Bernie erzählen, und er kann gar nichts daran ändern.“

Onkel Bernie war mein Vater, und obwohl Tess und ich uns nicht oft sahen, wusste sie wohl instinktiv, dass ich meinem Vater viel erzählte, weil er mir zuhörte. Ich habe nie jemanden gedrängt, der mir etwas verschweigen wollte, und auch damals hielt ich den Mund.

Tess klopfte auf das Buch und sagte: „Du musst es lesen. Es wird dein Leben verändern.“

Einen Augenblick lang schob ich die Unterlippe unter die Oberlippe. „Wer sagt das?“

„Vertrau mir einfach, ja?“

Ich nickte feierlich. Schließlich war sie sieben Jahre älter, und das war aus der Sicht einer Dreizehnjährigen eine ganze Menge. Hätte ich damals gewusst, was ich heute weiß, hätte ich ihr gesagt, dass man etwas tun muss, um sein Leben zu ändern. Die Zukunft steht nicht unverrückbar fest.

Meine Mutter unterbrach unser Gespräch und rief uns ins Haus zurück. Wegen familiärer Probleme, die noch lange Zeit bestehen sollten, einigen Missverständnissen und Zeitmangel verlor ich Tess aus den Augen. Während einer schwierigen Zeit in meinem Leben sah ich sie noch einmal kurz, aber als die Wogen sich glätteten und ich anfing, klügere Entscheidungen zu treffen, trennten sich unsere Wege erneut. Damals sprachen wir nicht über das Buch, das sie mir gegeben hatte, und auch nicht über Religion.

Als ich vierzig war, fand ich heraus, warum sie ihr Leben damals für eine Hölle gehalten hatte. Ich wollte, sie hätte es mir gesagt, denn jetzt kann ich nichts mehr für sie tun. Hätte sie mit einem verantwortungsbewussten Erwachsenen gesprochen, etwa mit meinem Vater, wäre ihr und vielen ihrer Mitmenschen eine Menge Leid erspart geblieben. Wenn du in Schwierigkeiten bist und Böses passiert, solltest du es einem Erwachsenen erzählen, dem du vertraust – er kann oft helfen, selbst wenn du es für unmöglich hältst. Ich weiß, das ist viel verlangt, zumal du mich nicht kennst. Aber glaube mir wenigstens dieses eine Mal.

In den folgenden Jahren prüfte ich alles, was Tess mir gesagt hatte. Ich führte viele gute Gespräche mit meinem Vater über Reinkarnation, Gott, Magie, die Göttin und vieles andere. Und eines Tages wurde aus mir durch Zufall oder Schicksal die bekannteste Wicca-Autorin unserer Zeit. Ist das nicht erstaunlich? Und alles fing mit einem Taschenbuch im Wert von sechs Mark an.

Jeder Autor hat einen ganz bestimmten Grund, warum er ein Buch schreibt. Oft kennen die Leser diesen Grund nicht, vor allem wenn das Buch gut ist und sie viel daraus lernen. Manche sind damit zufrieden und fragen nicht nach den Beweggründen des Verfassers. Aber wenn ein Autor stirbt, wird häufig darüber spekuliert, warum er ein bestimmtes Buch geschrieben hat, doch viele Erklärungen sind reichlich dumm. Das alles wollen wir einander ersparen. Ich habe dieses Buch für dich geschrieben und für die Tess, die es einmal gab.

 

 

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