Achtung! Nur für Eltern

 

Nun gut – Sie haben dieses Buch im Zimmer Ihres Sprösslings entdeckt und fast einen Herzanfall erlitten. Warum eigentlich? Ihr Kind besitzt ein Buch über Hexenkunst, doch bevor Sie ins Zimmer Ihrer Tochter platzen und sie in ein Ferienlager der Kirchengemeinde oder gleich ins Kloster schicken oder alle ihre Bücher und Zeitschriften auf den Dachboden verbannen, bis Sie Zeit haben, sie in aller Stille einmal durchzublättern, entspannen Sie sich und unterhalten Sie sich ein paar Minuten mit mir – mit einer Mutter von vier gesunden, glücklichen Kindern, die seit neunzehn Jahren verheiratet, aber auch eine der bekanntesten modernen Hexen Amerikas ist.

Dieses Buch ist für Jugendliche durchaus geeignet. Es steht nichts Schlimmes darin, und vielleicht hilft es Ihnen zu verstehen, warum die Hexenkunst immer beliebter wird. Machen Sie sich keine Sorgen. Das Kind, das Sie ausgetragen haben und für dessen Unterhalt Sie hart arbeiten müssen, wird Sie weder im Dunkeln mit einem Metzgermesser angreifen noch Ihren Hund opfern, wenn Sie nicht zu Hause sind. Bestimmt nicht.

Wir wissen aus Umfragen, dass sich einer von fünf Amerikanern mit der Welt des Unbekannten beschäftigt – mit Parapsychologie, Tarot, Engeln, kreativem Visualisieren, Naturreligion, Spiritualität, Hexenkunst, New Age und so weiter. Um ehrlich zu sein: Auch ich bin eine Mutter und mache mir ähnliche Sorgen wie Sie. Ich habe hart gearbeitet, um meine Kinder großzuziehen, und ich will nicht, dass irre Zeitgenossen sie drogen- oder alkoholsüchtig machen, zur Prostitution verleiten oder in eine jener Schwierigkeiten bringen, die manche Teenager heutzutage anzulocken scheinen. Die Gefahren gibt es wirklich, und dieses Buch kann jungen Leuten helfen, ihnen nicht zu erliegen.

Wenn Ihr Kind Ihnen dieses Buch gegeben hat, nehmen Sie sich bitte Zeit, darin zu lesen, anstatt auszuflippen. Vielleicht haben Sie eine neugierige Tochter. Fragen Sie sie, welche Gedanken über die Welt und das Leben ihr durch den Kopf gehen. Aber bitte sagen Sie ihr nicht, was Spiritualität ist und was sie nicht ist. Das muss sie selbst herausfinden. Wenn Ihre Tochter dieses Buch liest, sucht sie nach Antworten, die traditionelle Lehren ihr nicht geben konnten.

Nein, Sie haben nicht versagt! Alle Kinder suchen nach neuen Erfahrungen und experimentieren damit. Lassen Sie Ihr Kind suchen. Sie können ihm navigieren helfen, aber nicht ewig das Steuer übernehmen. Eines Tages werden Kinder selbständig, ob es den Eltern gefällt oder nicht. Helfen Sie Ihrem Kind dabei.

Ich ziehe selbst vier Kinder groß. Alle vier sind Hexen wie ich. Die Hexenkunst stärkt die Spiritualität eines Menschen und macht ihn mit Mutter Erde vertraut. Hexenkunst hat nichts mit Satanismus zu tun. Fallen Sie nicht auf falsche Behauptungen herein, sondern setzen Sie sich unvoreingenommen mit den Interessen Ihres Kindes auseinander. Am besten nehmen Sie sich die Zeit, dieses Buch von vorne bis hinten zu lesen; dann können Sie wenigstens eine fundierte Entscheidung treffen, einerlei, wie sie ausfällt. Bleiben Sie aufgeschlossen und aufrichtig, wenn Sie dieses Buch Ihrem Kind zurück geben. Geben Sie ihm Antworten, über die es nachdenken kann: „Dein Vater und ich glauben dies oder das, weil ...“ Dann hat Ihr Kind die Möglichkeit, Ihre Auffassung zu respektieren. Sie können einen Menschen nicht zwingen, an Gott zu glauben; er muss seinen Weg zu Gott selbst finden.

Junge Menschen haben es schwer. Als Mutter von vier Heranwachsenden (meine Jüngste geht in die Realschule) habe ich Verständnis für all Ihre Ängste und Vorstellungen, die sich um Ihr Kind drehen. Sie machen sich Sorgen wegen Drogen, über verrückte Ideen, die Gleichaltrige ihnen in den Kopf setzen, ihr Sexualleben (wie schade für uns Eltern, dass Kinder keinen Schalter haben, den wir auf „aus“ stellen können, bis sie etwa 25 sind ...), schnelle Autos, Hormonschwemmen und die Ebbe auf Ihrem Bankkonto. Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, wissen Sie, dass das Interesse für die Hexenkunst kein Grund zur Sorge ist. Freuen Sie sich darüber, dass Ihr Kind spirituell wachsen will. Wenn Sie dennoch den Eindruck haben, dass kleine Hexereien Ihrem Glauben widersprechen, geraten Sie nicht in Panik. Ihr Kind muss seine Religion nicht aufgeben, um von diesem Buch zu profitieren. Wer weiß – vielleicht weckt es sogar Ihr Interesse am Thema!

 

 

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