Ein Gebet enthält mehr Magie, als du ahnst. Wenn du betest, sprichst du unmittelbar mit Gott. Du sagst ihm, was dich bewegt. Aber die meisten Religionen verschweigen dir, dass du Gott nicht einfach deine Wünsche unter die Nase reiben und ihre prompte Erfüllung erwarten darfst. Richtiges Beten will gelernt sein.
Sprich jeden Tag mit dem Geist. Mach einfach den Mund auf und rede mit ihm. Wenn andere Leute in der Nähe sind, sprich in Gedanken mit ihm. Schimpfe nicht auf den Geist. Es gibt zwei Gründe für das, was in unserem Leben geschieht: Entweder haben wir uns selbst ein Problem eingebrockt und müssen die Konsequenzen tragen, oder Geist will uns etwas lehren. Sprich mit dem Geist wie mit deiner besten Freundin. Ich rede oft mit dem Geist und mit meinem Schutzengel. Ich sage zum Beispiel:
Bitte hilf mir verstehen, was ich zur Zeit lernen soll.
Hilf mir, mein Bestes zu geben.
die Herzen anderer Menschen zu öffnen.
Es nützt nichts, wenn du mit dem Fuß auf den Boden stampfst und sagst: „Entweder du antwortest mir oder ich glaube nicht mehr an dich!“ Dem Geist zu drohen ist so, als wenn du einen Besenstiel zwischen die Beine nimmst und erwartest, dass er mit dir in die Luft steigt. Mit dem Geist sollte man auch nicht handeln: „Wenn meine Mannschaft die Meisterschaft gewinnt, gehe ich ein Jahr lang mit keinem Jungen aus.“ Vielleicht bekommst du, was du willst (ich bekomme es oft) – aber wenn du dein Versprechen nicht hältst, wirst du dafür bestraft!
Besonders ratsam ist das Gespräch mit dem Geist vor wichtigen Entscheidungen. Ja, ich weiß, wir haben einen freien Willen und wir haben so viele Wünsche. Manchmal wissen wir sogar, dass die Erfüllung eines Wunsches nicht gut für uns wäre – aber die Gier ist stärker als die Vernunft. Natürlich geraten wir dadurch in Schwierigkeiten. Ich habe viele Jahre gebraucht, um zu kapieren, dass wir immer mit dem Geist reden müssen. Wenn ich morgens aufwache, spreche ich nach meiner täglichen Andacht mit dem Geist. Während des Tages stelle ich ihm oft ganz leise eine Frage oder formuliere Zweifel und Bedenken. Verwende nur positive Worte! Das ist nicht immer leicht, aber es klappt. Warum brauchen wir das ständige Gespräch mit dem Geist? Der Mensch hat einen freien Willen. Alles, was du tust oder sagst, ändert deine Zukunft und die Zukunft anderer zum Guten oder zum Bösen. Anstatt durchs Leben zu stolpern und zu glauben, wir wüssten alles, weil wir ja einen freien Willen haben, müssen wir mit dem Geist reden, damit er uns hilft, auf jeden Schritt zu achten. Dann können wir unsere Aufgabe erfüllen und uns selbst und anderen helfen.
Meine Tochter Angelique spricht jeden Morgen im Spiegel mit dem Geist. Sie steht um halb sieben auf, bereitet sich für die Schule vor und hält „nebenbei“ ihre Andacht. Während sie im Bad ihr Make-up aufträgt, unterhält sie sich mit dem Geist. Ein Gebet kann eine Bitte um Hilfe sein, aber auch ein Dank für empfangene Hilfe (das ist sehr wichtig). Es kann zehn Minuten dauern oder fünf Sekunden. Wichtig ist dein Anliegen, nicht die Dauer. Du kannst bei Musik beten, ein Gebet zeichnen oder ein Gebet in Gedichtform schreiben. Ein schöpferisches Gebet harmoniert mit dem Universum und hat größere Macht. Im vorigen Kapitel über das allgemeine Ritual hast du gelesen, wie man ein Bitte mit Magie verbindet. Siehst du, wie alles zusammenpasst?
Jede Magie – magische Sprüche, Rituale, Trommeln, Singen und so weiter – verlangt nach dem Gebet. Wir bitten den Geist um etwas, wir ehren ihn, wir preisen Gott. Jede Magie beginnt mit einem Wunsch ... und mit einem Gebet.