Achtung Magie!

 

 

 

 

In Lehrbüchern wird „Magie“ ungefähr so umschrieben: Die Kunst, mit dem Willen Formen zu erschaffen. Magie setzt den Glauben an eine höhere Macht voraus – und den Glauben an sich selbst. Ich habe eine Menge über Magie geschrieben und Hunderte von Büchern darüber gelesen. Ich habe über Magie nachgedacht und gesprochen und ich praktiziere sie seit über zwanzig Jahren. Dabei habe ich festgestellt, dass es ebenso viele Arten der Magie wie Religionen gibt. Ich habe gelernt, dass keine Religion und keine Magie besser ist als die andere. Und mir ist klar geworden, dass Magie ohne Religion wertlos ist.

Es gibt zwei Hauptarten der Magie: volkstümliche und zeremonielle. Manche Hexen sprechen von niedriger und hoher Magie, aber das finde ich nicht richtig. Als Anfängerin lernt du in der Regel zuerst die volkstümliche Magie, dann nach und nach die zeremonielle. Die volkstümliche Magie ist kürzer und braucht weniger Werkzeuge und Worte als die zeremonielle. In den meisten „Zauberbüchern“ findest du volkstümliche Magie. Wenn du beide Arten beherrschst, kannst du dich entscheiden, welche du bevorzugst.

Beide Arten haben, wenn du sie positiv einsetzt, manches gemeinsam: Zu jeder Magie gehört das Gebet. Jede Magie ruft das Göttliche an. Jede Magie strebt nach positiven Veränderungen. Im Grunde ist es gleichgültig, welche Art Magie du praktizierst (gilt natürlich nicht für die schwarze Magie) – wichtig ist, wie du es tust.

Eine magische Handlung kann schon nach dreißig Sekunden vorbei sein, wenn du genügend Wissen und Erfahrung hast. Ich kann zum Beispiel Nasenbluten innerhalb einer halben Minute zum Stillstand bringen, aber ich musste viel lernen und arbeiten, um das zu erreichen. Viele beklagen sich, dass Bücher über Magie keine Tipps für Fortgeschrittene enthalten. Aber Junghexen übersehen oft, dass es nicht auf die Kompliziertheit der Magie ankommt, sondern darauf, wie gut man sie beherrscht. Ob deine Magie „anfängerhaft“ oder „fortgeschritten“ ist, hängt also von deinem eigenen Können ab.

Junge Hexen lernen von Anfang an, was Wicca ist, wie es in der Praxis aussieht und wie man sein Selbstbewusstsein stärkt. Du kannst keine Magie praktizieren, wenn du nicht an Geist und an dich selbst glaubst. Die vielen superschlauen „Zauberbücher“ auf dem Markt sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind, solange du nicht begriffen hast, was Magie ist. Die Magie symbolisiert deine Bemühungen, Energie heranzuziehen oder abzustoßen. Positive Energie ziehst du zu dir heran, negative jagst du fort. Hexen nennen das manifestieren und bannen. Manifestieren heißt, etwas geschehen lassen. Bannen heißt, etwas wegjagen.

Eine kleine Übung hilft dir, das zu verstehen. Atme tief ein und stelle dir vor, dass die Fülle des Universums dir zuströmt. Atme tief aus und stelle dir vor, dass alles Negative in deinem Leben dich verlässt. Mache diese Übung jeden Tag so oft wie möglich. Du wirst dich wundern, wie schnell dir die grundlegenden magischen Riten gelingen.

Sehen wir uns zunächst einmal an, welche magischen Methoden Hexen anwenden. Dabei lernst du auch, wie Magie wirkt.

 

 

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